NoA – Norddeutsche Akademie für Finanzen und Steuerrecht, Hamburg (DE)
Neubau,
Holzbau,
Modulbau,
Bauen im Bestand
Auftraggeberin: GMH | Gebäudemanagement Hamburg GmbH
Standort: D-22111 Hamburg-Horn, Beim Pachthof
Architektur: Dietrich Untertrifaller
Wettbewerb: 2024, 1. Preis
Bauzeit: 2026 – 2028
Fläche: 4.800 m²
Programm: Akademie für rund 700 Auszubildende
Visualisierung: Dietrich Untertrifaller
Team
Anastasia Del Valle Gorodenskaia, Georg Haizmann (Projektleitung), Alina Jurkat, Nathalie Kalka, Lukas Kral, Björn Osmann, Anna-Lena Schnell, Ilie Stanese, Annika Steinberger
Fachplanung
Holzbauvorbereitung: Prause Holzbauplanung, Köln
Haustechnik: Planungsgruppe VA Süd, Nürnberg
Brandschutz: Hahn Consult, Hamburg
Landschaft: Henning Larsen, Hamburg
Bauphysik und Statik: Assmann Beraten + Planen, Hamburg
Energieberatung: Ökoplan Büro für zeitgemäße Energieanwendung
Der Holzbaukasten – flexibel, nachhaltig, wirtschaftlich
In der Norddeutschen Akademie für Finanzen und Steuerrecht Hamburg (NoA) werden Steuerbeamtinnen und -beamte der Finanzverwaltungen von Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen aus- und weitergebildet. Das aktuell genutzte Gebäude in Hamburg-Hamm entspricht kaum noch den heutigen Standards einer modernen Bildungsstätte. Zudem kann im denkmalgeschützten Bestand der erhöhte Raumbedarf nicht mehr gedeckt oder erweitert werden. Daher errichten wir im Auftrag der GMH | Gebäudemanagement Hamburg an einem neuen Standort an der Rennbahnstraße im Stadtteil Horn einen Neubau in Holzsystembauweise. Dieser soll als Modellprojekt für künftige Hamburger Hochschulbauten dienen. Das neue Gebäude auf dem Grundstück „Beim Pachthof“ wird im Kontext eines Schulbaus von Fritz Schumacher aus dem Jahr 1929 stehen.
Individuelle (Re-)Konfigurierung von wenigen standardisierten Bauteiltypen
Das modulare und seriell vorgefertigte Baukastensystem wurde spezifisch für den Bedarf des Auftraggebers entwickelt. Zukünftig sollen alle Projekte mit diesem proprietären Bausystem unabhängig konzipiert werden können. Dabei besteht das System aus lediglich acht Bauteiltypen: Decken, Stützen und Fassadenelemente, die jeweils in Holz, Beton oder als Hybrid ausgeführt sind. Die Elemente sind normiert und bis ins Detail digital geplant, sodass sie von verschiedenen Herstellern präfabriziert werden können. Anschlüsse sind so konzipiert, dass die Module vielfältig konfiguriert werden können und dadurch ein hoher Grad an Individualität und gestalterische Freiheit gegeben sind. Die Bauteile sind außerdem sortenrein trennbar, rückbaubar und wiederverwendbar. So entsteht ein Kreislauf, in dem nach dem Abbau alle Bauteile wiederverwendet und flexibel neu zusammengesetzt werden können.
Mit diesem Modellprojekt wird ein ökonomisches, ökologisches und weit vorausschauendes Konzept vorgestellt, das den Weg zu einer dringend notwendigen, nachhaltigen Baupraxis ebnet. Die Vorfertigung der Module sorgt für eine präzise Kostenkalkulation, eine hohe Zeiteffizienz und einen zügigen Montageprozess vor Ort. Die Bauweise ist außerdem ein Beitrag zur Zirkularität und knüpft an unseren Anspruch an, lineare, monofunktionale Gebäudekonzepte zugunsten einer ressourcen- und klimabewussten Architektur mit hoher Nutzungsflexibilität aufzugeben.
Der Baukasten als neuer Standard im Hamburger Hochschulbau
Mit dem seriellen Baukastensystem in Holz-Hybridbauweise will die Stadt Hamburg einen neuen Standard für künftige Hochschulbauten etablieren. Das Gebäude für die NoA nach einem Entwurf von Dietrich Untertrifaller wird als erstes, sogenanntes Hamburger Hochschulhaus realisiert. Das Prinzip knüpft an das etablierte Modell des Hamburger Klassenhauses an, dem ebenfalls ein modulares Konzept zugrunde liegt. Für die Neubaupläne der Akademie, die nach einem Mieter-Vermieter-Modell (MVM) betrieben werden wird, führte der Bauherr im Vorfeld eine Bedarfsanalyse durch, an der er auch die künftigen Nutzer:innen beteiligte. Im Ergebnis zeigte sich nicht nur der Wunsch nach einer adäquaten Lernumgebung, sondern auch nach ausreichend Raum für Austausch und Vernetzung. Die Anforderungen an zeitgemäße Lern- und Arbeitswelten zeigen sich in der Planung etwa durch eine moderne lehrtechnische Ausstattung, offene Gruppenräume, eine digitale Bibliothek und ein durchgehend geöffnetes Selbstlernzentrum. Der Baubeginn ist für 2026 geplant, die Fertigstellung soll bis 2028 erfolgen.
Das serielle Holzbaukastensystem wurde von folgenden Büros erarbeitet:
Projektsteuerung: Drees & Sommer
Architektur: Dietrich Untertrifaller
Technische Ausrüstung: Planungsgruppe VA Süd, Nürnberg
Tragwerk: Assmann Beraten + Planen
Brandschutz: Hahn Consult, Hamburg
Holzbau: Prause Holzbauplanung
Energie: Ökoplan Büro für zeitgemäße Energieanwendung
Labore: Erchinger Wurfbaum Architekten
Die neue NoA erfüllt hohe gestalterische Ansprüche und die Anforderungen an moderne Lern- und Arbeitswelten. Flexibel kann sich das Gebäude so an standortspezifische Kubaturen und Gestaltungen sowie individuelle Bedürfnisse bei Größe und Funktion anpassen.