Lili am See, Seestadt Aspern, Wien (AT)
Neubau, Geförderter Wohnbau, Quartiersentwicklung, Holzbau

Auftraggeberin: Soulier Real Estate GmbH
Architektur: Dietrich Untertrifaller mit White Architekter
Wettbewerb: 2023, 2. Platz
Programm: 250 Wohnungen, Gastronomie, Hotel, Jugend- und Familienhostel, Kultureinrichtungen und Gewerbe

Visualisierung: Dietrich Untertrifaller

Team
Zarina Belousova, Marcel Janisch, Barbora Köver Tothova, Christian Porath, Michael Porath, Michael Rabl, Titus Schürmann, Michael Sohm, Maximilian Weber

Text: Gerlinde Jüttner

Fachplanung
Statik: Merz Kley & Partner, Dornbirn
Programmatik: art:phalanx, Wien
Haustechnik: teamgmi, Wien
Brandschutz: Röhrer Bauphysik, Wien
Landschaft: White Architekter

Pulsierendes Stadtleben am See

In Wien entsteht mit der Seestadt Aspern bis 2030 ein multifunktionaler, neuer Stadtteil mit leistbarem Wohnraum, Büros sowie einem Gewerbe-, Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungsquartier. Wir haben gemeinsam mit dem schwedischen Büro White Arkitekter für das Baufeld H1 ein neues, gemischt genutztes Wohnquartier entwickelt: Lili am See.

Die versetzt angeordneten und unterschiedlich hohen Türme akzentuieren die Silhouette des Quartiers. Den Auftakt bildet ein 66 Meter hoher Turm am Zaha-Hadid-Platz, der sich zum See hin orientiert. Die beiden 35 Meter hohen Türme markieren den Platz der Kulturen und ergeben gemeinsam mit den beiden niedrigeren Hochpunkten am nördlichen und südlichen Quartierseck ein spannendes Ensemble.

Wohngassen, Plätze und ein Park auf dem Dach

Der Platz der Kulturen bildet das Herzstück des Projekts. Auf der Westseite herrscht pulsierendes Stadtleben mit Restaurants, Cafés, Geschäften und Kunstgalerien in den Erdgeschossen, während auf der ruhigeren Ostseite zahlreiche Grünflächen zum Erholen einladen. Zweigeschossige Arkaden zonieren den Sockel entlang der Seepromenade und bilden eine geschützte Flanierzone mit mediterranem Flair. In den Hochpunkten sind ausschließlich Wohnungen mit weitem Blick über die Seestadt untergebracht.

Nördlich und südlich des zentralen Platzes folgen die privateren Wohnbereiche. Wohngassen und Plätze verweben sich spannungsvoll mit der Umgebung. Auf dem viergeschossigen Sockelbau sind die Wohntürme aufgesetzt mit Ausblicken auf die als Park gestalteten Dachflächen. Die zwei begrünten Quartiersplätze mit attraktiven Aufenthalts- und Spielzonen sind den Bewohner:innen vorbehalten.

Holzhybrid mit kontrastreicher Fassade

Die Hochpunkte sind als Holz-Beton-Hybride konzipiert. Vorgefertigte Deckenelemente aus Brettsperrholzplatten spannen jeweils vom aussteifenden Stahlbetonkern zu den tragenden Außenwänden. Das Holz bleibt an der Deckenunterseite sicht- und erlebbar.

In den Obergeschossen wird die Fassade durch unterschiedlich breite französische Fenster und Balkone sowie rote Terrakotta-Fassadenelemente geprägt, die je nach Gebäude und Lichteinfall ihre Farbe verändern. Die Rottöne bilden einen attraktiven Kontrast zu den kühlen und hellen Farben des Sockels. Die versetzt angeordneten Balkone mit abwechselnd transparenten und opaken Brüstungen akzentuieren die Fassade und bieten großzügige private Freiräume mit immer wieder wechselnden Sichtbeziehungen.

Der Sockel – und damit der Übergang zum Stadtraum – besteht aus Stahlbetonfertigteilen. Robustheit, hohe Flexibilität, eine einfache Rückbaubarkeit und die Analogie zum Montagebau des aufgesetzten Holz-Hybridbaus sind die Hauptgründe für die Materialwahl.

Lageplan
Grundriss DG