Festspielhäuser, Salzburg (AT)
Neubau,
Bauen im Bestand,
Denkmalschutz,
Sanierung
Auftraggeber: Salzburger Festspielfonds
Architektur: Dietrich Untertrifaller
Wettbewerb: 2022, 3. Preis
Programm: Werkstätten, Proberäume, Garderoben, Bühnentechnik, Orchestersaal, Chorsaal
Visualisierungen: Dietrich Untertrifaller
Team
Luisa Dennig, Christina Kimmerle, Barbora Köver Tothova, Michael Porath, Martin Thüring, Fabio Verber
Text: Gerlinde Jüttner
Planungsbeteiligte
Statik: FCP Fritsch Chiari & Partner, Wien / Haustechnik: HL-Technik Engineering, München / Bühne: Kottke, Bayreuth / Akustik: Müller BBM, Planegg / Landschaft: Kieran Fraser, Wien
In den Berg gebaut
Vor über 100 Jahren gegründet, sind die Salzburger Festspiele heute das größte und bedeutendste Festival der Welt. Die Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser bewahrt die identitätsstiftende Idee eines Festivalbezirks von Clemens Holzmeister, entwickelt sie aber weiter und macht sie zukunftsfähig. Ein zentraler Aspekt ist dabei die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit.
Neue Werkstätten, Proberäume und Garderoben für die bis zu 4.500 Mitarbeiter:innen sind in einem kompakten Neubau hinter den Bestandsgebäuden untergebracht, teilweise tief in den Mönchsberg gegraben.
Zwei begrünte Innenhöfe bringen Licht und Luft in das neue Ensemble. Gekrönt wird der achtgeschossige Bau von einem Sheddach, das die Silhouette der Bestandsgebäude überragt und die Werkstätten sichtbar macht.
Mit dem Projekt „festspielbezirk2030“ wird die für das Salzburger Kulturleben so zentrale Infrastruktur für die Zukunft gesichert und weiterentwickelt. Die Salzburger Festspielhäuser umfassen heute das Große Festpielhaus und das Haus für Mozart, früher kleines Festspielhaus.
Das Kleine Festspielhaus, 1925 errichtet, wurde 1937 nach Plänen von Clemens Holzmeister umgebaut und erweitert. Das Große Festspielhaus in der Hofstallgasse, ebenfalls von Holzmeister geplant, wurde 1960 fertiggestellt. 2006 folgte das Haus für Mozart, welches das Kleine Festpielhaus ersetzte.
Prominenter Orchestersaal
Im Gegensatz zum großteils verborgenen Werkstättenkomplex tritt der auskragende Orchestersaal am Herbert-von-Karajan-Platz prominent zutage. Im Dialog mit dem neuen, gegenüberliegenden Festspielzentrum verleiht er dem engen Platz eine attraktive Adresse, ohne mit dem Bühnenturm in Konkurrenz zu treten.
Auch der Chorsaal als neuer Baustein der Dachlandschaft verrät seine Bedeutung. Beide eignen sich nicht nur für Proben, sondern auch hervorragend als Veranstaltungsorte mit ausgeprägter Identität.