Tischlerei Quartier, Melk (AT)
Neighbourhood Development, New building, Timber construction, Modular construction

Auftraggeberin: Früst Holding GmbH
Generalplanung: Dietrich Untertrifaller
Architektur: Dietrich Untertrifaller und Architekt Martin Höck
Statik: Gbd, Dornbirn
Bauphysik/Bauökologie: SPEKTRUM Bauphysik&Bauökologie, Dornbirn
TGA/NEB: E7, Wien
Freiraumplanung: Lindle Bukor, Wien
Modellbau: Mattweiss Architekturmodellbau, Wien
Wettbewerb: 2025, 1.Preis
Programm: NEB Quartiersentwicklung, Wohnen, Arbeiten, Kultur, Gastronomie, Einkaufen, Hostel

Visualisierungen und Pläne: Dietrich Untertrifaller, Martin Höck, Lindle Bukor

Team: Carolin Meyer, Lukas Mohr, Christina Kimmerle, Dominik Philipp, Julian Roiser, Alexander Grass, Julia Greiner, Christian Porath, Cara Rupflin, Katharina Makoru, Axel Laimer-Liedtke, Elisabeth Graf, Anna Aichhorn

Auf dem Gelände der ehemaligen Tischlerei Melk soll ein neues Stadtquartier als „Wohnzimmer der Region“ entstehen. Nach den Prinzipien des New European Bauhaus (NEB) wird der historische Ort in ein klimaneutrales und multifunktionales Quartier transformiert, mit Raum für Wohnen, Arbeiten, Kunst, Kultur und Handwerk.

Historisches Erbe

Über 70 Jahre lang war die Fritz Fürst Bau- und Möbelfabrik auf dem Gelände beheimatet. Seitdem wurde das Areal zum kulturellen Herzstück Melks mit Kulturbühne, Kulturwerkstatt und Co-Working. Für die städtebauliche Entwicklung galt es, sensibel mit dem historischen Bestand umzugehen und dennoch den ländlichen Raum mit urbanen Impulsen zu beleben.

Unser Siegerentwurf denkt den Bestand mit und erhält diesen nicht nur, sondern entwickelt ihn als Ressource weiter. Der historische Bestand wird saniert und um Aufstockungen und Neubauten erweitert. Neben Wohnungen und Appartements entstehen Ateliers und Ausstellungsflächen, Büros, Co-Working Spaces und ein Hostel. Aktive Erdgeschoßzonen und verschiedene Nutzungskonzepte machen das Quartier zu einem Lebensraum mit kurzen Wegen. Das Herzstück des Quartiers bildet die Kulturwerkstatt mit sanierter Halle und Outdoor-Bühne.

Städtebau und Freiraumkonzept

Städtebaulich verknüpft das Projekt Altstadt, Roseggerstraße und Löwenpark zu einem fein abgestuften Gefüge aus Höfen, Gassen und öffentlichen Räumen. Das Quartier verbindet gemeinschaftliche Offenheit mit privaten Rückzugsräumen: Der gemeinschaftlich nutzbare Garten im Süden, steht dem gesamten Quartier zur Verfügung. Für die Bewohner:innen sind auch private Freiflächen vorgesehen, ein begrüntes Dach und kleinere Gärten im Osten des Quartiers. Eine nachbarschaftliche Öffnung zur Roseggerstraße stärkt die Verbindung zum Umfeld und sorgt für verbesserte Durchlässigkeit. Begrünte Gassen, Schwammstadtelemente, Dachgärten und vielfältig gestaltete Außenräume unterstützen Biodiversität, Kühlung und nicht zuletzt auch soziale Inklusion.

Architektur, Materialität und Konstruktion

Konstruktiv setzt das Projekt auf reversible Systeme, kreislauffähige Materialien und flexible Strukturen, die Umbauten und Umnutzungen mühelos ermöglichen. Holz, Lehm und Beton werden jeweils dort eingesetzt, wo sie funktional und ökologisch am sinnvollsten sind. Eine Nutzer:innen-orientierte Raumatmosphäre entsteht durch viel Tageslicht, ausgewogene Akustik, natürliche Materialien und energieeffiziente Bauteilaktivierung.

Der digitale Zwilling des Quartiers

Ein digitaler Zwilling macht das Quartier sichtbar und lernfähig: Er sammelt Daten zu Energie, Klima und Nutzung, spart Ressourcen ein und verbessert den Alltag der Bewohner:innen und Nutzer:innen des Quartiers durch mehr Transparenz, Komfort und Effizienz in der Haustechniksteuerung. Über einfache Dashboards werden diese Informationen für alle verständlich aufbereitet. So wächst ein intelligentes System mit, das Transparenz, Nachhaltigkeit und Lebensqualität fördert.